Geschichte

Viele Generationen lang waren die Vaduzerinnen und Vaduzer über ihr Gemeindebürgerrecht und den Bürgernutzen in besonderer Weise an den Boden der Heimatgemeinde gebunden. Dies hat sich geändert, als 1996 die dem europäischen Gedanken der Integration verpflichtete neue Gemeindegesetzgebung in Kraft trat und das Bürgerrecht seither im Wesentlichen nur noch politische Mitwirkungsrechte kennt.

Um die ursprüngliche Gemeinde, so wie sie bis 1996 verstanden wurde, weiterleben zu lassen, wurde vom Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, Bürgergenossenschaften zu gründen. Nur in solchen Genossenschaften ist es den Mitgliedern der (ehemaligen) Bürgerversammlung möglich, das im Laufe der Jahrhunderte erarbeitete und erworbene Bürgervermögen exklusiv für sich zu sichern und die bisherigen Nutzungsrechte weiterzuführen.

Dieses Bürgervermögen ist das, was übrig geblieben ist vom Boden, der seit alter Zeit allen Bürgern gemeinsam gehörte. Ursprünglich wurde dieser Boden auch gemeinsam genutzt, doch bereits im 17. Jahrhundert sind erstmals Teile davon in den privaten Nutzen ausgegeben worden. Mit dem Wachstum der Bevölkerung wurde es im Laufe der Zeit immer wieder nötig, weitere Teile für neue Höfe bereitzustellen, so dass das Bürgervermögen nach und nach weniger wurde. Die grösste Privatisierung erfolgte 1806, als rund 685'000 Klafter (ca. 2.46 km2) Boden an die damals nutzungsberechtigten Haushaltungen ausgeteilt wurden und sich damit das Privateigentum in Vaduz mit einem Schlag mehr als verdoppelte. Auch die weitere Entwicklung des Bürgervermögens ist gekennzeichnet durch erhebliche Abgänge, zu denen in der Neuzeit auch diejenigen Liegenschaften gehörten, welche im Zuge des Gründungsverfahrens der Bürgergenossenschaft an die Gemeinde gefallen sind.

Eine detaillierte Betrachtung der historischen Entwicklung des Bürgervermögens und eine Darstellung zum Gründungsverfahren der Bürgergenossenschaft Vaduz findet sich in der Dokumentation zur Gründungsversammlung vom 30. August 2010 (Download Broschüre).